Kommen Sie, kaufen Sie, kaufen Sie!

Ein Stück Natur im Sonderangebot

Einige Monate nachdem meine Mutter verstorben war, machten wir in der Steiermark ganz in der Nähe meines Elternhauses einen Sonntagsspaziergang. Wir streiften durch die Wälder und kamen an einem See an, an dem ich schon lange nicht mehr gewesen war. Ich hatte in Erinnerung, dass wir als Kind regelmäßig Ausflüge zu diesem kleinen Gebirgssee machten.

Es war ein Ort der Stille, der Unberührtheit. Selten verirren sich Menschen dort hin. Die Klarheit des Wassers brachte Klarheit in meine Seele und ein tiefer Atemzug lies neue Lebendigkeit in meinen Körper einziehen.

Jener Sonntag ging als ganz besonderer in meine Erinnerung ein. Mein Vater wurde trauriger und konnte seine Melancholie im Gesicht nicht mehr verbergen. Auf meine Nachfrage zeigte er mir jene Stelle, an der er mitten in unberührter Natur meine Mutter zum ersten Mal geküsst hatte. Es war ein berührender Moment, weil mich die Tatsache der Intimität und die Natur in gleichem Maße berührte.

Ich wollte diesen Moment mit möglichst vielen Menschen teilen. Und da fiel mir ein was aus der Natur passiert, wenn Menschen die Schönheit aufsaugen wollen ohne bereit zu sein, sie gleichzeitig zu ehren und zu respektieren:

Der Grüne See in der Steiermark

Ein anderer Sonntagsspaziergang zu einer anderen Gelegenheit an einem anderen Ort: Wie auch früher wollten wir zur Erholung an den Grünen See in der Steiermark fahren. Dieser Besonderheit dieses Sees besteht in seiner Wandlungsfähigkeit. Was im Herbst und Winter als Wanderweg scheint, wandelt sich im Frühjahr und Sommer in ein tief smaragdgrüne Wasserlandschaft. Bislang ein Geheimtipp, waren wir an jenem Tage schockiert!

Nach der Fernsehsendung 9 Plätze – 9 Schätze wurde dieser See bekannt und mehr und mehr Menschen stürmen täglich diesen Ort, um rücksichtslos alle Schönheit zu plündern. Es wurden kostenpflichtige Parkanlagen gebaut und die kleine Einkehr vor Ort wurde um das vierfache vergrößert und zu einem touristischen Kantinenrestaurantbetrieb ausgebaut, neue Restaurants und Touristeninformationsbüros entstanden. Jetzt wird fleißig Geld gescheffelt.

Auch viele Bergregionen werden schonungslos im Sonderangebot verschleudert, mit Chalets und Hotels zugepflastert, die im Sommer den Wanderern und im Winter gleich neben bequemen Liften den Schifahrern dienen. Dass dabei die Natur zerstört wird, nach der die Menschen so gieren, scheint gedanklich ganz fern zu sein.

Ich schweige und werde den Ort nicht verraten (im wahrsten Sinne des Wortes), an dem sich meine Eltern zum ersten Mal küssten. Ich werde ihn in Ehren und in meiner Erinnerung behalten und nur jenen Menschen anvertrauen, die in der Lage sind, diesen Ort zu schützen und die Natur und all ihre Wesen dort zu ehren und zu respektieren.

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